Qualifizierung für landwirtschaftliche Pferdehalter
Mit Pferden richtig umgehen

Teilnehmer bei Arbeit am Pferd

Am 21. September 2017 veranstaltete das Amt für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten Deggendorf unter der Leitung von Dr. Walter Schwab auf der L & B Ranch in Lalling ein Seminar mit Pferdetrainer Peter Daxer zum richtigen Umgang mit dem Pferd. Nach einem kurzen Theorieteil wurde mit und am Pferd gearbeitet.

Peter Daxer führte aus, dass 90 % der Pferdehalter Angst vor ihren Pferden hätten. Aber auch genau so viele Pferde seien traumatisiert. Ziel sei, Angst in Vertrauen umzuwandeln. Dazu ist nach seiner Aussage aber viel, viel Zeit nötig. Diese nähmen sich die meisten nicht mehr in unserer schnelllebigen Zeit, in der Ziele möglichst schnell erreicht werden sollen.
Deutliche und klare Körpersprache
Laut Daxer muss sich der Pferdehalter bewusst sein, dass das Pferd den Menschen spiegelt.
  • Das Pferd "liest" seinen Pferdehalter so wie er als Mensch ist und reagiert dementsprechend.
  • Das Pferd will als Gleichberechtigter behandelt werden.
Damit der Pferdehalter aber sein Pferd auch führen und anweisen kann, braucht das Pferd eine deutliche und klare Körpersprache seines Halters.

Das ist die Herausforderung für den Pferdehalter:

  • Einerseits soll er ohne Druck mit dem Pferd arbeiten.
  • Andererseits soll er aber dem Pferd zeigen, dass er der Chef ist.
Dazu ist laut Daxer Klarheit nötig.
Nicht Druck und Dominanz, sondern Anerkennung und Klarheit
Theresia Latzer von der L & B Ranch stellte Pferde mit unterschiedlichem Charakter zur Verfügung, damit die Teilnehmer Übungen mit den Tieren durchführen konnten. Begonnen würden mit dem Führen der Pferde.
Später sollten die Teilnehmer nur durch ihre Gedanken den Pferden Befehle übermitteln, die die Pferde ausführen sollten. Dies war z. B. der Befehl "Pferd, gehe zu mir her". Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten wurde dieses Ziel von allen Kursteilnehmern erreicht. Die Freude darüber war bei allen riesig. Ein Kursteilnehmer versuchte sich sogar daran, nur über seine Gedanken die Geh- bzw. Laufgeschwindigkeit eines Pferdes zu regulieren (Schritt, Trab, Galopp). Auch dies klappte. Wenn man nicht bei dem Seminar dabei war, kann man dies fast nicht glauben.
Die Kursteilnehmer fuhren hochmotiviert nach Hause, mit dem festen Vorsatz, mit ihren Pferden nicht mit Druck und Dominanz, sondern mit Anerkennung und Klarheit zu arbeiten.