Wurzelunkräuter - mechanisch dauerharft und erfolgreich regulieren
Bekämpfung von Problemunkräutern auf Stoppelflächen

Unkraut vor Senfpflanzen

Unkraut vor Senfpflanzen

Wurzelunkräuter – einmal etabliert, lassen sie sich nur mit viel Geduld auf eine tolerierbare Bestandsdichte reduzieren. Unter Beachtung gewisser pflanzenbaulicher Regeln und in Kombination mit direkten Methoden lassen Sie sich auch mechanisch dauerhaft und erfolgreich regulieren.

Eine nachhaltige Bekämpfung von Wurzelunkräutern auf rein mechanischem Weg ist innerhalb eines Jahres kaum möglich. Leider können sowohl der Wirkungsgrad, als auch die Wirkungssicherheit einer mechanischen Bekämpfungsmaßnahme stark schwanken. In der Summe spielen viele Faktoren wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Bodenzustand eine wichtige Rolle.
Durch die Verringerung der Pflanzenschutzmittel im Bereich der Totalherbizide rückt eine mechanische Bekämpfung von Unkräutern immer mehr in den Vordergrund. Eine sehr effektive Maßnahme ist die Stoppelbearbeitung im Sommer. Im unteren Bild ist eine systematische Vorgehensweise zur Bekämpfung von Wurzelunkräutern (z.B. die Ackerkratzdistel) durch eine wiederholt gezielte Bodenbearbeitung ersichtlich.
Schema Pflügen bei UnkrautZoombild vorhanden

Schema Pflügen

Nach der Getreideernte ist mit einem Stoppelhobel, Schälpflug oder einem (ganzflächig schneidenden) Flügel-/ Gänsefußschar eine flache Bearbeitung in 5–10 cm Tiefe durchzuführen. Im Gegensatz zum Schälpflug und Stoppelhobel wird der Boden mit dem Flachgrubber nicht gewendet. Nach der ersten Stoppelbearbeitung folgen 2–3 weitere Durchgänge, wobei mit jedem Arbeitsgang die Bearbeitungstiefe erhöht wird (siehe Abbildung). Die Wurzelunkräuter werden durchtrennt und liegen oben auf, wo sie vertrocknen. Grubber-Federzinken können die oberflächliche Ablage bzw. das Vertrocknen der unterirdischen Rhizome auf der Bodenoberfläche, positiv beeinflussen. Wichtig ist eine Anwendung bei zunehmender Trockenheit, eine Bearbeitung in feuchten Böden kann zur Vermehrung der Problemunkräuter führen. Des Weiteren sollten Wurzelunkräuter nicht von Kreiseleggen oder Fräsen zerhackt werden. Selbst kürzeste Stücke treiben wieder aus.
Nach der durchgeführten Stoppelbearbeitung ist möglichst bald eine gut deckende Zwischenfrucht wie Sommerwicke oder Ölrettich auszusäen, um die Unkräuter durch Lichtkonkurrenz zu unterdrücken. Des Weiteren schwächt eine Frühjahrsfurche (leichtere Böden) Wurzelunkräuter stärker als eine Herbstfurche, da die Reservestoffe in den Wurzeln der Triebe im Frühjahr nahezu erschöpft sind.
Ansprechpartner:
Johannes Homeier
AELF Deggendorf
Graflinger Straße 81
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Telefon: 0871 / 9522 - 5070

Email: poststelle@aelf-dg.bayern.de